Fuß gefasst in der Rennszene
Entgegen dem allgemeinen Trend einer rückläufigen Berichterstattung von Radsportveranstaltungen und zaghaften Neueinstiegen versuchte das 2011 neu gegründete BROTHERS BIKES Team dem Sport ein neues, junges Gesicht zu geben. Dabei können sie sich mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 23 Jahren wirklich nicht über Nachwuchsprobleme beschweren. Dazu schlossen sich Fahrer der ostbayerischen Vereine RSC 1988 Regensburg, RSG Vilstal und RC Avanti Viechtach zusammen, um gemeinsam eine Renngemeinschaft zu gründen. Federführend war das Team Anfang des Jahres vom Burglengenfelder Wolfgang Brandl gegründet worden, mit der Absicht eine schlagkräftige Truppe aus langjährigen Freuden aufzubauen, welche in der heimischen Oberpfalz schnell Bekanntheit erlangen sollte. Nicht nur aufgrund der ganz in Rot gekleideten Rennfahrer mit den einheitlichen Rennrädern waren die Buddies im Fahrerfeld leicht zu erkennen. Auch die aggressive und angriffslustige Fahrweise war quasi eine Grundeigenschaft aller Teammitglieder. Dabei wurden sie vom Oberpfälzer Carbonradhersteller BROTHERS BIKES mit bestem Rennmaterial versorgt, denn alle Fahrer sind auf dem knallroten Topmodell 8.0 unterwegs. Vom nordischen Bekleidungsspezialisten Ullmax wurden unsere Fahrer mit allem versorgt, was das Radlerherz höher schlagen lässt, von der Sporttasche über die Trainingsanzüge über Funktionsunterwäsche bis hin zu Trinkflaschen war für alles gesorgt.
Doch nicht nur mit top Material konnten die Jungs glänzen. Bei den klassischen bayerischen Lizenzrennen im Frühjahr bewiesen der Viechtacher Lukas Kerner und der Regensburger Martin Wild eine erstklassige Frühform und schrammten dabei regelmäßig nur knapp an den aufstiegsrelevanten Top 10-Platzierungen vorbei. Hierbei mussten sie sich teilweise mit bis zu 220 Konkurrenten wie in Schönaich bei Stuttgart messen. Den ersten Sieg für die Jungs holte dann Teamchef Wolfgang Brandl beim Kriterium des Landshuter Straßencups Ende April. Diesem sollte nur kurze Zeit später der Triumph beim Pförringer Straßenpreis folgen. Der vierte Platz bei den deutschen Hochschulmeisterschaften in Hannover, bei der Andreas Klingl Rang 40 erreichte, sei dabei nur am Rande erwähnt. Beeindruckend war im weiteren Verlauf der Saison die geschlossene Mannschaftsleistung der BROTHERS Buddies. Neben einem zweiten Platz beim 4er-Mannschaftszeitfahren waren die Jungs auch bei 24h-Rennen aktiv und äußerst erfolgreich.
Beim 24-Stunden-Rennen in Kelheim bogen, unterstützt von weiteren Teamkollegen, Freunden und Familie Christoph Ott, Martin Wild, Wolfgang Brandl und Andreas Klingl zusammen mit ihrem Vereinskollegen Christian Hüttner auf einem grandiosen 5. Platz unter über 120 Mannschaften auf die Zielgerade ein. Dass es sich dabei um keine Eintagsfliege handeln sollte verdeutlichte einen Monat später der Auftritt bei der 24-Stunden-MTB-WM in der Maxhütte bei Sulzbach-Rosenberg. Mit Rang 3 schafften sie es hier sogar aufs Stockerl, Bronze bei einer Weltmeisterschaft, wirklich eine herausragende Leistung.
Mit dem beginnenden Herbst kam dann schließliich auch die Zeit unserer Bergziegen. Ein Höhenmeter-lastiges Bergzeitfahren jagte das nächste. Dass Korbinian Engelhardt sich in diesem Metier seit jeher wohl fühlt, konnte er erneut unter Beweis stellen. Stets als einer der Favoriten auf den Tagessieg angetreten gewann er sowohl das Bergzeitfahren des RC Straubing hinauf nach St. Englmar als auch das Bergrennen am Rotbühlsender bei Amberg, jeweils mit Streckenrekord. Beim „hauseigenen“ BROTHERS-Bergzeitcup belegte Korbinian in allen drei Einzelrennen sowie der Gesamtwertung jeweils knapp geschlagen vom Triathleten Ralf Preissl den 2. Platz. Nur geringfügig langsamer war Christoph Ott der mit seinem 4. Platz das gute Teamergebnis abrundete.
Dieser erfolgreiche Ausklang der Saison war insbesondere für Korbinian Engelhardt mental unglaublich wichtig. War er doch bereits im April in Cadolzburg schwer gestürzt und aufgrund massiver Rückenverletzungen und den damit verbundenen wenigen Trainings- und Rennkilometer wurde ihm die Rückkehr in den Rennzirkus nicht gerade leicht gemacht. Doch nicht genug der Probleme, nicht nur dieser Ausfall schwächte das Team über lange Zeit hinweg. Auch der Ausfall des treuen Helfers und Mannschaftskollegen Martin Mayer musste verkraftet werden. Insbesondere bei schnellen Verfolgungsfahrten von Ausreißern fehlte der Amberger nach einem harten Trainingssturz und einer damit verbundenen Schultereckgelenkssprengung schmerzlich in der Startaufstellung des BROTHERS BIKES Teams.
Unser Neu-Hesse Andreas Klingl zeigte, dass die BROTHERS Buddies auch alleine nicht zu unterschätzen sind. Durch die große Entfernung seiner neuen Wirkungsstätte Marburg zu Bayern war er in der zweiten Saisonhälfte als Einzelkämpfer in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen gestartet. Hier konnte er regelmäßig Geldprämien gewinnen und erzielte mit dem 12. Platz in Breidenbach sein bestes Saisonergebnis in einem Lizenzrennen. Neben dem Sieg bei der Vereinsmeisterschaft des RC Avanti Viechtach und dem dritten Platz beim Einzelzeitfahren in Langquaid war er mit über 40 Saisonrennen in dieser Saison auch der mit Abstand rennhungrigste Fahrer des BROTHERS BIKES Teams.
Über die lange und kräftezehrende Saison von Ende März in Zusmarshausen bis Mitte Oktober beim Kirtarennen in Dingolfing wurden unsere Jungs mit Händen und Füßen von ihren Familien, Freunden oder auch ihren Partnern betreut, unterstützt und zu Erfolgen gejubelt. Die unzähligen Berichte auf der Homepage des Teams zeigen, dass sie dazu mehr als nur einmal Gelegenheit hatten. Dass die roten Flitzer jedoch nicht nur auf Rennen in ganz Deutschland präsent sind, sondern den Radsport aktiv leben zeigten Christoph und unsere Fotografin Carolyn Friesl bei ihrer Alpenüberquerung mit dem Rennrad. Hautnah berichteten sie von Qualen und Strapazen, die so eine Tour mit sich bringt. Den guten Zweck unterstützten die Jungs, indem sie gemeinsam mit Extremsportler Bernhard Steinberger Kilometer für eine gute Sache abspulten. Bei „Steinbergers Extrem-Tour“ konnte auf diese Weise eine stattliche Summe eingefahren werden. Doch auch bei lokalen Großveranstaltungen wie dem Arberradmarathon konnte man die roten Radler deutlich herausspähen.
Nach einer langen und harten Saison genießen die Athleten momentan ihre Saisonpause. Das heißt aber nicht, dass die Fahrer in dieser Zeit nur auf der faulen Haut liegen. Immer auf der Suche nach weiteren Sponsoren und Talenten aus der Region läuft die Vorbereitung auf die kommende Saison 2012 bereits auf Hochtouren. Diese wird traditionell am 1. November mit der ersten Ausdauereinheit gestartet. Schließlich wollen alle Buddies topfit und gesund im März in die zweite Saison der Renngemeinschaft starten wenn es erneut heißt:
Wir sind stark, wir sind schnell, wir sind das BROTHERS BIKES Team!
Autoren: Andreas Klingl & Martin Wild
Fotos: Friesl, Amschlinger, Fuchs, Fillipov, Grotjahn, Kerner, Ott,

































