Die wohl längste Linkskurve Deutschlands
Bereits zum 53. Mal fand am Sonntag den 2. Oktober das Radrennen „Rund um die Burg“ in nordrhein-westfälischen Kempen statt. Die einen nennen es das schnellste Rennen Deutschlands, für die anderen ist es schlicht und ergreifend die längste Linkskurve der Welt. Beides beschreibt das Rennen ziemlich treffend allerdings kann versteht man das erst dann so richtig, wenn man daran teilgenommen hat.
Auf dem 2,1 km langen Stadtkurs waren für die Amateure der Eliteklasse C 30 Runden zu absolvieren. Dabei beschreibt die Strecke von oben betrachtet quasi ein großes Oval. Durch einen Fahrbahnteiler gab es lediglich eine kleine Engstelle die aber bei einem langgezogenen Feld ohne Probleme zu meistern war. Hierbei handelte es sich auch um die langsamste Stelle welche man „nur“ mit 45 km/h fahren konnte.
Für den unermüdlichen Andreas Klingl vom BROTHERS BIKES Team sollte dieser Klassiker das letzte Lizenzrennen in der langen Saison 2011 darstellen. Zusammen mit 150 Leidensgenossen wurde er pünktlich um 13 Uhr bei herrlichem Sonnenschein und beinahe hochsommerlichen 25 °C auf die Strecke geschickt. Bereits in der Vorwoche war Andreas in Herxheim eines der schnellsten Rennen seiner Karriere mit einem 48er Schnitt gefahren. Aber Kempen sollte dies noch einmal deutlich toppen. Um eine schwache Vorstellung von dem veranschlagten Tempo gleich zu Beginn zu bekommen sei gesagt, dass er im gesamten Rennen nur zwei Unterschiedliche Gänge gefahren ist: 53/12 auf den ganz schnellen Abschnitten und 53/13 auf den „langsamen“ Passagen. Und wenn das Tempo das einzige Selektionskriterium in einem Rennen darstellt, wird von Anfang bis Ende geknallt was die Beine hergeben.
Geknallt hat es auch bei drei Massenstürzen im Feld die jedoch sowohl für die beteiligten Fahrer wie auch alle anderen glimpflich ausgingen. Nach 13 gefahrenen Runden hatte es Andreas endlich geschafft, sich im Feld soweit nach vorne zu arbeiten, dass eine Attacke sinnvoll schien. Als daraufhin drei Fahrer attackierten setzte er sofort nach und konnte den Anschluss herstellen. In dieser Konstellation konnten sie sich fast zwei Runden etwa 50 m vor dem Hauptfeld halten. Die Tatsache, dass auf Höhe der Ziellinie Geschwindigkeiten von 60 bis 65 km/h gefahren werden mussten um vorne zu bleiben zehrte jedoch derart an den Kräften der Vier, dass sie sich alsbald geschlagen geben mussten und vom Feld wieder geschluckt wurden. Einige weitere Ausreißversuche anderer Fahrer wurden ebenso wie diese auch vereitelt. Bis 4 Runden vor Schluss lag die Durchschnittsgeschwindigkeit noch bei deutlich über 50 km/h, allerdings begann hier dann auch das Taktieren um die beste Position für den finalen Sprint.
In diesen konnte Andreas Klingl dann leider nicht eingreifen und fuhr im geschlossenen Hauptfeld über den Zielstrich. Beim Blick auf die Uhr wurde dann klar, weshalb die Veranstalter „Rund um die Burg“ auch als das schnellste Radrennen Deutschlands bezeichnen. Bei einer Fahrzeit von 1h 17min für 63 km war das Feld der Amateure C einen Schnitt von 49,06 km/h gefahren. Lediglich die Fahrer der KT/AB-Klasse setzten mit einem Durchschnitt von 53 km/h über eine Strecke von 84 km noch einmal deutlich eins drauf. Mit der Leistung die der BROTHERS Fahrer Andreas Klingl in den letzten Rennen gezeigt hat zählt er zweifelsohne zum engeren Favoritenkreis beim Kirtarennen des RSV Dingolfing am 15. Oktober. Dort wird er eine lange und erfolgreiche Saison beenden.



















