Alpencross-Blog
Home Sweet Home
Freitag, den 24. Juni 2011 um 15:47 Uhr | Geschrieben von: Caro
Wie ihr vielleicht schon vermutet habt, nachdem es gestern keinen Blogeintrag gab, sind wir inzwischen wohlbehalten, wenn auch kaputt, wieder zuhause in Passau angekommen. Nachdem ich gestern früh schon gemerkt habe, dass meine Beine definitiv keine 120 km mit 2000hm mehr hergeben und das Wetter rund um Villach auch nicht sehr freundlich aussah, beschlossen wir, nach Hause zu fahren. Also verabschiedeten wir uns am Bahnhof in Villach von Matze und saßen 9 ½ Stunden im Zug, bis wir um 21 Uhr wieder unseren Ausgangspunkt Passau erreichten.
Auch wenns nicht ganz zur Überquerung gereicht hat, bin ich dennoch echt stolz auf mich und auf uns. Ich bin noch nie so viel in so einem kurzen Zeitraum gefahren, sowohl an Kilometern als auch an Zeit im Sattel, von den Höhenmetern ganz zu schweigen! Für mich als reine Hobby-Schönwetter-Radfahrerin schon ganz gut und ein kleiner Erfolg ;) Wir haben nur leider den Fehler gemacht, dass wir die ersten zwei Etappen zu schnell angegangen sind. Bei der ersten Etappe ließ sich das nicht vermeiden beim Sprinten von Wolkenloch zu Wolkenloch, auf der zweiten Etappe war einfach der ungewollte Umweg von 30 km zu viel für mich und führte auf direktem Wege in den absoluten Hungerast. :) Deshalb mussten wir die nächsten Etappen etwas ruhiger angehen und schafften so nur zwischen 80 und 90 km und einen Pass pro Tag. Dazu kam das Pech mit dem Wetter; Die ersten zwei Tage waren
extrem anstrengend durch die ständige Nässe von oben und unten. Dafür waren
zwar die letzten beiden Tage super, aber gestern hat es schon wieder sehr nach
Regen ausgesehen, was uns den Entschluss, nach Hause zu fahren, nicht gerade erschwerte.
Nass geworden sind wir in den letzten Tagen genug! Auch wenn sich das erstmal alles nicht so toll anhört: Falsch! Es war echt ein super Erlebnis und ich bin so froh, dass wir trotz der wettermäßigen Widrigkeiten aufgebrochen sind. Wunderschöne Alpenpanoramen, die Begegnung mit vielen netten Menschen auf dem Weg und mein bester Begleiter von allen machten die Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis. Meine Beine tun auch schon fast nicht mehr weh und sind auf dem Weg der Besserung ;) Die volle Überquerung ist fest vorgenommen für spätestens
nächstes Jahr geplant! Schön, dass ihr mit dabei wart, indem ihr den Blog
gelesen habt! Für Interessierte gibts hier auf der Homepage unter "Bilder" noch mehr Fotos von unserer Tour. Schaut einfach mal rein! Bis dann, Caro PS: Hier das Höhenprofil der gesamten Tour: (klick zum Vergrößern!) |
Ende in Sicht?
Mittwoch, den 22. Juni 2011 um 21:39 Uhr | Geschrieben von: Caro
Heute war ein eher ruhigerer Tag angesagt, zwar war mit der Turracher Höhe einer der höchsten Pässe auf unserem Programm, aber danach sollte es nur noch bergab gehen Richtung Villach. Meine Beine wussten das anscheinend nicht und machten schon auf der 12 km langen flachen Auffahrt zur Turracher Höhe Probleme, während Christoph sich bester Laune und Beine erfreute. Die letzten 6 km wurden leider dann steiler und so kroch ich mit gefühlten 1,4 km/h Richtung Passhöhe hinauf, und die Straße wollte kein Ende nehmen und schon gar nicht flacher werden. Irgendwann zwischendrin war für mich klar: Noch dieser Pass und dann ists vorbei mit der Alpenüberquerung! Das lang ersehnte Passschild tauchte doch noch irgendwann auf, doch immer noch standen uns etwa 60 km nach Villach bevor. Obwohl diese wirklic h nur noch bergab gingen, fiel es mir sehr sehr schwer, voranzukommen. Auch ein Palatschinkenstopp in Gosau und ein Halt am idyllischen Ossiachersee machten zwar nicht die Beine, jedoch die Moral besser. Kurz vor Villach trafen wir dann auf Matze, der dort wohnt und uns netterweise heute Nacht beherbergt. Im Moment planen Christoph und Matze eine Dreiländertour über 125 km morgen mit 3 Pässen durch Österreich, Italien und Slowenien. Ich bin immer noch der Meinung, dass hier in Villach für mich Schluss ist, aber wir werden sehen, wie morgen das Wetter und die Beine sind. Also entweder gibts morgen noch eine letzte lange und harte Etappe mit den beiden Jungs oder aber eine noch längere Zugfahrt nach Hause. Wir werden sehen! Steile Rampen zum Sölkpass
Dienstag, den 21. Juni 2011 um 18:16 Uhr | Geschrieben von: Christoph Ott
Die heutige Tour sollte uns von Gröbming über den Sölkpass und die Turracher Höhe führen. Verspätet gestartet sind wir bereits von unserer Unterkunft, da wir wegen akutem Verbrauch von Brennstoff vom Vortag zum Frühstück noch mächtig Kohlenhydrate nachtanken mussten. Der Pensionschef hatte bereits am Vorabend sein Versprechen eingelöst und uns eine extrem große Portion seiner hausgemachten Spaghetti Carbonara serviert, diese reichten dennoch nur zum Auffüllen des Speicherhaushalts von den letzten beiden Tagen, da blieb immer noch ein gutes Loch. Auch wenn wir uns mehr vorgenommen hatten, sollte der Sölkpass mit 1790 Meter dennoch der letzte Pass an diesem Tag werden, da die letzten drei Kilometer mit durchschnittlich 12% Steigung an uns Beiden nagten.
Von kleinen Pässen und schweren Beinen
Montag, den 20. Juni 2011 um 21:13 Uhr | Geschrieben von: caro
So schwere Beine wie jetzt gerade hatte ich glaub ich noch nie in meinem Leben... Meinem Freund gehts allem Anschein nach nicht anders, aber ich glaub ja, das gibt er nur vor, damit ich mich besser fühle :) Das Dumme ist nur, dass die Etappe heute nominell nicht die schwerste war. Aber vom Anfang... Der Tag begann um 7 Uhr in Niederalm bei Salzburg, das Wetter sah wiedermal nicht so prickelnd aus. So starteten wir also dick eingepackt und versorgt mit österreichischen Keksen in Richtung Pass Gschütt, der die erste Hürde des Tages darstellen sollte. Für mich war allerdings auf den ersten 20 km das größte Problem, überhaupt die Kurbel rumzukriegen, ganz ohne Pass, die gestrige Etappe zeigte ihre Nachwirkungen. Bis zum Pass Gschütt hatte ich mich einigermaßen lockergefahren, also gings überraschend gut hoch auf die knapp 960 hm. Das erste Passfoto der Tour war somit erledigt! ;) Danach gings laaaaange runter, bis wir den idyllischen Hallstätter See erreichten und im von asiatischen Knipstouristen belagerten Hallstatt genehmigten wir uns ein kleines Mittagessen. Eigentlich sollte es danach relativ flach bis zum Sölkpass gehen, doch da hatten wir nicht mit dem kleinen, aber fiesen doofen gemeinen Koppenpass gerechnet. Die erst angezeigten 14% wären ja noch gerade so ok gewesen, dass nach der ersten Rampe allerdings vor 23% gewarnt wurde, das hätte nun wirklich nicht sein müssen! Vor der ersten steilen Kurve musste ich leider vor Schreck kapitulieren, die zweite hab ich dann doch, gutgläubig wie ich bin ("Da wirds flacher!"), noch mitgenommen. Danach gings dann spürbar zäher und wir beschlossen, auf jeden Fall nicht mehr über den Sölkpass zu fahren. Wir hatten danach genug zu tun, noch Richtung Gröbming zu kommen, denn bei uns beiden ging der Ofen langsam aber sicher aus. Ein unvermuteter Umweg machte dann aus 110 noch 140 km und so kamen wir dann irgendwann tot aber glücklich in einer hübschen Pension in Gröbming an, wo uns gleich ein festliches Mahl bereitet wurde. 140 km und 1700hm waren heut mehr als genug, deshalb wird die morgige Etappe wohl etwas "entschärft". Eigentlich wollten wir morgen in Villach sein, aber wahrscheinlich werden wir irgendwo auf oder hinter der Turracher Höhe Stopp machen. Morgen mehr von uns, bleibt hier auf d em Laufenden und drückt uns die Daumen!! Caro 1. Etappe: Passau - Niederalm
Sonntag, den 19. Juni 2011 um 20:37 Uhr | Geschrieben von: Caro
Die Tour begann... mit einem Regenschauer! Wir waren noch nicht mal aus Passau draußen, da sahen wir schon eine Regenwand in unsere Richtung ziehen. Nach 10 Minuten unterstellen wars zwar wieder vorbei, aber mit den Schauern ging es leider den ganzen Tag weiter. wir hielten uns über Wasser mit unanständigen Witzen und gelegentlichen Tempoverschärfungen. Mittags zeigte das Regenradar zu viele und heftige Regenzellen, die auf uns zuziehen, also machten wir erstmal Pause in der, so schien es, lokalen Alkokneipe von Kirchheim am Inn, kurz über der österreichischen Grenze. Dort waren wir erstmal bis 4 Uhr nachmittags gefangen, aaaber dann nutzten wir die Regenlücke und machten uns auf den weiteren Weg. Leider musste vor allem ich dem hohen Anfangstempo Tribut zollen, so rollten wir in eher gemächlichem Tempo Richtung Salzburg. Einige (unerwartete) Anstiege stellten sich uns noch in den Weg, aber um 19 Uhr erreichten wir endlich Salzburg. Eigentlich wollten wir in einer Pension in Golling übernachten, ca. 30 km südlich von Salzburg. Aufgrund der bereits fortgeschrittenen Stunde sind wir jetzt aber in einer charmanten Pension im 60er Jahre Stil in Niederalm, haben uns im örtlichen Gasthaus den Bauch vollgeschlagen und jetzt liegen wir im Bettchen und schauen niveaulose Sendungen, die unserer aktuellen geistigen Aufnahmefähigkeit entsprechen. Jetzt erwarte ich gespannt den morgigen Tag, der mit etwa 140 km und zwei Pässen aufwartet. Wenn meine Beine morgen früh noch dran sind, werden wir das mit frischem Mut in Angriff nehmen! Heute waren es übrigens 136 km mit 1500 hm, krasse Tour, die ja aber eigentlich nur zum Einrollen gedacht war. Jetzt wird geschlafen! Morgen um 7 ist schon wieder Frühstück angesagt. Bis morgen, Christoph und Caro |





















